Pflexit – und kein Nachwuchs in Sicht

Wer wird zukünftig die Oma und den opa pflegen? Was ist bei plötzlichen Pflegefällen in der Familie? Verbände warnten und warnen bereits viele Jahre vor der Katastrophe. Die Zahlen belegten dies sozusagen schon immer. Doch meist war es politisch nicht schick sich um die Pflege zu kümmern.

Man sagt, der aktuelle Gesundheitsminister Hr. Spahn hätte mehr getan als seine Vorgänger zusammen. Das mag sein. Doch es reicht bei weitem nicht aus. Immer mehr Pflegefachkräfte verlassen ihren Beruf. Gerade jetzt in zeiten von Corona wollen dies auch immer mehr tun. Nachwuchs wird nur sehr schwer bis gar nicht gewonnen. Akademischer Nachwuchs ist eine besonders große Minderheit.

Die Erkenntnis, dass es auch in der Pflege Akademiker und Akademikerinnen braucht hat sich durchgesetzt. Trotzdem will kaum jemand dieses Studium absolvieren. Woran das liegt ist recht vielfältig. Fragen der Finanzierung, der Perspektiven und der Möglichkeiten sind oft noch ungeklärt.

Beispielsweise gelingt es nicht immer mit einem Top Studium im bereich Pflegewissenschaft oder Pflegemanagement in klassische Führungspositionen in der Pflege wie beispielsweise die Pflegedienstleitung einzusteigen. Dafür braucht es nämlich eine separate Ausbildung von über 400 Stunden, die eine mehrjährige praktische Tätigkeit voraussetzt und in der Regel auch auf den Beruf der Pflegefachfrau oder des Pflegefachmannes aufsetzt.

Die Idee dahinter ist lobenswert. Man will natürlich die Pflegebedürftigen mit viel praktischem Wissen und Erfahrung versorgt wissen. Und unmöglich ist ein beruflicher Einstieg für Akademiker und Akademikerinnen in der Pflege auch nicht. Es ist eben nur kompliziert. manche Hochschulen bieten ein Pflegestudium auch in Kombination mit einem Berufsabschluss zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann an. Das eröffnet gleich mehr neue Chancen, da hier Praxis und wissenschaftliche Expertise kombiniert werden. In Brandenburg ermöglicht die BTU Senftenberg Cottbus solch ein Studium.


Pflegewissenschaft Bachelor of Science (B.Sc.) und Berufsabschluss als Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann

In der primärqualifizierenden Variante bietet das Studium die Möglichkeit, im Rahmen eines Hochschulstudiums gleichzeitig einen Bachelorabschluss und eine hochschulische Pflegeausbildung zur „Pflegefachfrau“ bzw. zum „Pflegefachmann“ zu erwerben. Innerhalb einer Regelstudienzeit von acht Semestern finden Lehrveranstaltungen an der Hochschule, und in den lehrveranstaltungsfreien Zeiträumen Praktika in kooperierenden pflegerischen Einrichtungen des Gesundheitswesens statt. Das Studium wird mit der Bachelorarbeit und die hochschulische Pflegeausbildung mit der staatlichen Abschlussprüfung beendet.

Mehr Informationen zum Studium unter diesem Link.

Letztlich ist die Politik gefragt und gefordert Lösungen für die Zukunft zu finden. In den nächste Jahren werden 40 Prozent der arbeitenden Bevölkerung in Rente gehen. Die aktuelle Lücke in der Versorgung wird stets größer. Um dies zu füllen werden auch weiterhin Konzepte wie die 24-Stunden-Pflege in häuslicher Gemeinsschaft ihre Berechtigung haben.

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